Das Musikheim und die Pädagogische Akademie

Feier zur Grundsteinlegung am 17.09.1928
Feier zur Grundsteinlegung am 17.09.1928, Quelle: Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

 

 
Die ehemalige Pädagogische Akademie, das heutige Gauss Gymnasium, Aufnahmen Frühjahr 2012:
Paedagogische Akademie Straßenansicht
Ansicht von der Straße aus
Pädagogische Akademie
Rückansicht

Das Musikheim und die Pädagogische Akademie

Die Stadt Frankfurt, unter Oberbürgermeister Kinne und Stadtschulrat Kretschmann, bemühte sich nachdrücklich und erfolgreich um die Ansiedlung weiterer, nicht-universitärer Bildungseinrichtungen, zu denen das Musikheim, als staatliche Einrichtung u.a. für die Weiterbildung der Volksschullehrer auf musischem Gebiet, und die Pädagogische Akademie, als Hochschule für die Lehrerausbildung, gehörten.

Idee und Konzept für das Musikheim waren in enger Abstimmung zwischem dem preußischen Kultusminister Carl Heinrich Becker, dessen Staatssekretär Leo Kestenberg und Georg Götsch, einem führenden Kopf der Jugendmusikbewegung und dem späteren Leiter des Musikheims, entstanden. Als Planer wurde der mit Becker und Götsch befreundete Architekt Otto Bartning gewonnen, der unter Umgehung des Frankfurter Stadtbauamtes und ohne öffentliche Ausschreibung den Auftrag erhalten hatte.

Die Grundsteinlegung des Musikheims erfolgte am 17. September 1928 und nur ein gutes Jahr später, am 15. Oktober 1929, erfolgte unter Anwesenheit zahlreicher Festgäste bereits die feierliche Einweihung des Gebäudes. Dem vorausgegangen waren massive Widerstände der Frankfurter Stadtverordneten. Diese richteten sich zwar nicht gegen die Einrichtung des Musikheims an sich, wohl aber gegen die Tatsache, dass mit Otto Bartning ein auswärtiger Architekt bestellt wurde, den von ihm vorgestellten und auf die ursprüngliche städtebauliche Planung Martin Kießlings wenig Rücksicht nehmenden Entwurf sowie gegen die auf die Stadt Frankfurt zukommenden Kosten.

Nur durch die Drohung des Kultusministeriums, den Bau der Pädagogischen Akademie von der Zustimmung zum Bartning-Entwurf abhängig zu machen, konnte die Abstimmungs-Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung gesichert werden.
Der Bau des Musikheims wurde mit einem sehr knappen Budget von rund 300.000 RM verwirklicht, was einem Wert von 30 RM pro cbm umbauten Raum entsprach. Diese Summe reichte für eine einfache, solide, ortsübliche Ausführung. Die örtliche Bauleitung lag beim städtischen Hochbauamt.

 

Die Pädagogische Akademie, heute Gauss-Gymnasium, wurde in den Jahren 1930-1935, mit Baustopp 1932, nach den Plänen von Hans Petersen im Stile der „Neuen Sachlichkeit“ erbaut. Petersen war Regierungs- und Baurat in der Hochbauabteilung des Finanzministeriums, deren Leiter 1928 Martin Kießling geworden war. Eigentlich wollte Kultusminister Becker Otto Bartning als Architekten für die Pädagogische Akademie gegenüber dem Finanzministerium durchsetzen, jedoch bestand dieses auf seiner Planungshohheit für die neuen Akademien.

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