Das Notkirchenprogramm

Notkirche Matthäus Kirche Darmstadt
Notkirche: Matthäus Kirche Darmstadt
 
Notkirche Matthäus Kirche Darmstadt

Notkirche: Matthäus Kirche Darmstadt

Das Notkirchenprogramm

Im August 1945 wurde auf der “Kirchenversammlung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ in Treysa das “Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland” (HEKD) unter der Leitung von Eugen Gerstenmaier gegründet. Ab 1948 leitete Bartning die Bauabteilung des HEKD in Neckarsteinach.
Im Dezember 1945 entwickelten Bartning und Gerstenmaier das Notkirchen-Programm:
Im Zweiten Weltkrieg waren viele Kirchen schwer beschädigt oder zerstört worden und durch den Zuzug zahlreicher Flüchtlinge war ein zusätzlicher Bedarf an Kirchenräumen entstanden. Bartning entwarf mehrere Typenkirchen mit einem vorgefertigten Holztragwerk, welches als Bausatz auf die Baustelle geliefert wurde. Die Fundamente und Wände sollten dann durch die Gemeindemitglieder selbst erstellt werden. Viele dieser Notkirchen wurden durch Spenden aus dem Ausland finanziert.
Im Mai 1946 war offizieller Baubeginn der ersten Notkirche, der Auferstehungskirche in Pforzheim (Einweihung im Oktober 1948) – der erste evangelische Kirchenneubau nach dem Zweiten Weltkrieg und Prototyp des Programms. Im Rahmen des Notkirchen-Programms entstanden bis 1951 deutschlandweit 43 Notkirchen, von denen die meisten noch erhalten sind. In einem Serienkirchen-Folgeprogramm des Notkirchen-Programms entstanden bis 1953 weitere 33 Diasporakapellen und neun Gemeindezentren.
Im November 1948 wurde Bartning zum Vorsitzenden des Vorstandes der Werkbund-Landesgruppe Württemberg-Baden gewählt.
1949 Begründung des „Evangelischen Kirchbautages“ in Lübeck durch Otto Bartning und Oskar Söhngen.
1950 Wahl Otto Bartnings zum Präsidenten des „Bundes Deutscher Architekten“ (BDA) – ein Amt, das Bartning bis zu seinem Tode inne hatte.
Im September 1950 Neugründung des Deutschen Werkbundes auf Bundesebene, Bartning wurde Mitglied des Vorstandes und später 2. Vorsitzender.

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