Staatliche Bauhochschule in Weimar

Stahlkirche Essen, Blick von Süd-Osten
Stahlkirche Essen, Blick von Süd-Osten, Quelle: Otto Bartning Archiv TU Darmstadt

Staatliche Bauhochschule in Weimar

1925-1926 plante und baute Bartning das Kinderheim in Neuruppin, welches von den Werkstätten der Bauhochschule in Weimar noch vor deren offizieller Gründung ausgestattet wurde. Für die dazugehörige Handwerkersiedlung “Gildenhall” hatte er einen detaillierten Bebauungsplan entwickelt, welcher von Adolf Meyer, dem ehemaligen Mitarbeiter von Walter Gropius, umgesetzt wurde.

Nachdem im Februar 1924 in Thüringen eine rechtsbürgerliche Regierung an die Macht gekommen war, waren die Tage des Bauhauses in Weimar gezählt. Es waren letztlich vor allem politische Gründe, die zur Schließung der von Walter Gropius geleiteten Hochschule führten. Versuche einer Teil-Privatisierung scheiterten und so erklärten Gropius und die Bauhaus-Meister das Bauhaus mit Ablauf der Verträge zum 1. April 1925 für aufgelöst.

Bereits im Januar 1925 war Kontakt zu Bartning aufgenommen worden hinsichtlich der Leitung der geplanten Nachfolgeeinrichtung. Das Konzept Bartnings für eine Bauakademie lehnte sich an seine eigenen, früheren Reformpläne an, welche er 1919 zusammen mit Gropius erarbeitet hatte. Mit der Gründung der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst zum 19. April 1926 wurde dieses Konzept verwirklicht.

1926 wurde Bartning Mitbegründer und in den Folgejahren Mitglied der Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen e.V. (RFG).
1926-1927 Bau des Deutschen Pavillons auf der Mailänder Messe.
1928 entwarf Otto Bartning für die Internationale Presseausstellung (“PRESSA”) auf dem Kölner Messegelände – die erste deutsche Medienausstellung – die viel beachtete sog. Stahlkirche, welche aus vorfabrizierten Bauteilen bestand. Nach dem Ende der Austellung erfolgte der Wiederaufbau der Stahlkirche in Essen-Holsterhausen, Zerstörung 1943.
1928-1929 entstand das Musikheim in Frankfurt (Oder).
Alle diese Bauten wurden von den Werkstätten der Staatlichen Bauhochschule mit Möbel, Leuchten und Stoffen ausgestattet. Teilweise wurden Planungsarbeiten von Studenten der Bauabteilung übernommen.
Nachdem am Vertrag Bartnings und den niedrigen Studentenzahlen der Staatlichen Bauhochschule bei gleichzeitig hohen staalichen Zuschüssen zunehmend Kritik geübt wurde, reichte Bartning zum 31. März 1930 seinen Rücktritt von der Leitung der Staatlichen Bauhochschule ein. Neuer Leiter der jetzt “Vereinigten Staatlichen Kunstlehranstalten” wurde Paul Schultze-Naumburg.

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