Das Ende

Tür zum Rollenboden des Kleist-Theaters
Tür zum Rollenboden des Kleist-Theaters

Das Ende

Nach der Wiedervereinigung zeigten sich Probleme in der Finanzierung des Theaters, wie auch in der restlichen Theaterlandschaft Deutschlands. Der Etat für das Theater stieg in den nächsten Jahren an. Der Anteil des Landes am Etat sank aber von Jahr zu Jahr, so dass die Beslastung für die Stadt mit jedem Jahr wuchs.

Nach einem Gutachten aus dem Jahr 1991, welches die Sanierung des ehemaligen Musikheims auf 20 Mio. DM schätzte, wurde 1992 der Beschluss gefasst ein neues Gebäude zu bauen. Gleichzeitig wurde beschlossen das Ballett abzuschaffen und das Orchester auszugliedern, welches dann zum 01.01.1993 erfolgte. Damit wurde aus dem Drei-Spartenhaus ein Zwei-Spartenhaus (Musiktheater und Schauspiel). Mit 219 ständigen Beschäftigten war das Theater nicht nur der größte Kulturbetrieb der Stadt, sondern gehörte auch zu den größeren Ensembles von Brandenburg. Dagegen gehörte es wegen seiner geringen Platzkapazität – 227 Plätze im Großen Saal und 90 Plätze in der Probebühne – zu den kleineren Mehrspartenhäusern.

Im, von der Stadt Frankfurt (Oder) in Auftrag gegebene Gutachten, legt Dr. Cornelia Dümcke eine Erhöhung der Eintrittspreise und häufigere Vorstellungen nahe, um das Einspielergebnis zu erhöhen und damit die benötigten Subventionen zu verringern. In Folge des Gutachtens wurde überlegt eine weitere Sparte zu schließen: das Musiktheater oder das Schauspielensemble. Auf Grund des desolaten Zustandes des ehemaligen Musikheims entschlossen sich die Landesregierung Brandenburg und die Stadtverwaltung Frankfurt (Oder) einen neuen Theaterbau auszuschreiben. Er sollte am Platz der Einheit entstehen.

1994 wurde der Chor aufgelöst und wegen verschiedener Unstimmigkeiten ein Misstrauensantrag gegen die damalige Intendantin Maria-Luise Preuß gestellt und mit 90% der Stimmen angenommen. Ihr Nachfolger wurde Manfred Weber.

Ende 1996 kamen erste Debatten über die Schließung des Kleist-Theaters auf. Als erstes erfolgte eine Kürzung des Etats auf 2,5 Mio. DM und es wurde beschlossen eine weitere Sparte zu schließen. Die Wogen kochten hoch und es kam zu einem Hungerstreik in Frankfurt (Oder). Die Sparte Musiktheater wurde, wie in dem „Theatervertrag“ des Theaterverbundes vorgesehen, 1998 geschlossen.

Im Juni 1999 folgte dann die Entscheidung der Stadt Frankfurt (Oder) das Kleist-Theater zum Ende Juli 2000 vollständig zu schließen. Stattdessen sollte das Konzept „Theater in der Stadt“ im Verbund mit anderen Städten in der Region verfolgt werden. Das Konzept umfasste verschiedene Baustein wie z.B. die Kleist-Festtage, Theaterprojekte, die regionale Theaterszene (z.B. das Theater des Lachens, Puppen & Schauspiel e.V., das Satirisches Theater & Kabarett „Die Oderhähne „ e.V., das Seniorentheater „Spätlese“ e.V. usw.), die gefördert werden sollten.

Der Spielbetrieb des Kleist-Theaters endete Ende April mit der letzten Vorstellung der „Rocky Horror Picture Show“.

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