Die Spielzeit

Umgebauter Zuschauerraum im Kleist-Theater
Umgebauter Zuschauerraum im Kleist-Theater, Quelle: Stadtarchiv Frankfurt (Oder)


Umbauplan des Zuschauerraums im Kleist-Theater von 1949, Quelle: Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

Die Spielzeit

Nach einem guten Start des Theater gab es bereits kurze Zeit später erste Rückschläge. Im Winter des Jahres 1946/47 waren die Kohlevorräte des Theaters beschlagnahmt worden und in dem unbeheizten Gebäude war es zu kalt, um Aufführungen stattfinden zu lassen. Trotzdem wurde weiter geprobt und die Aufführungen fanden stattdessen in der Aula der IV Volkshochschule statt. Erst Ende März ließen die Temperaturen wieder Aufführungen im Saal des ehemaligen Musikheims zu. Im selben Jahr wurden verschiedene Umbauarbeiten durchgeführt: Der Probensaal wurde ausgebaut, eine Baracke für die Bühnendekoration und ein Malersaal im ausgebrannten Nordflügel errichtet.[1]

Als der Intendant Carl Asmus-Bach 1948 das Theater verließ, nahm er das gesamte Ensemble zur seiner neuen Spielstätte in Brandenburg mit, obwohl einige Schauspieler in Frankfurt (Oder) noch unter Vertrag standen. Unter dem neuen Intendanten Willy Linke erfolgten weitere Umbauarbeiten, wie der Einbau einer Vorbühne und die Verkleinerung der Fenster im Zuschauersaal. Während der Umbauarbeiten fanden erneut die Aufführungen in der Aula der IV Volkshochschule statt, bis das Theater im April 1948 erneut die Pforten öffnete. Aber bereits im November wurde das Theater schon wieder geschlossen. Diesmal auf Anordnung von Oberstleutnant Bukow weil die Absprachen über die von der Sowjetischen Militäradministration genehmigten Stücke nicht eingehalten wurden. Nach acht Tagen durften die Aufführungen wieder fortgesetzt werden.[2]

Auch in den kommenden Jahren wurde weiter am und im Theater gebaut. Das Foyer wurde umgebaut und ein neuer Probensaal geschaffen sowie eine Betriebsküche für die Mitarbeiter und ein kleines Café für die Zuschauer gebaut. Neben einem neuen Anstrich im Theaterinnenraum wurde die Kapazität von 300 auf knapp 400 Plätze erweitert.

Während dessen war das ehemalige UFA Gebäude an der Fürstenwalder Straße als neuer Standort für das Stadttheater im Gespräch. Der Saal sollte wieder hergestellt und eine Bühne mit Nebenräumen angebaut werden. Auf dem Vorgelände sollten ein Restaurant, ein Café und eine Kleinstkunstbühne entstehen, ebenso ein neuer Flügelbau für weitere kulturelle Verwendungen, wie z.B. Ausstellungen. Umgesetzt wurden die Pläne allerdings nicht. Ab 1949 wurden regelmäßig Abstecherorte bespielt, unter anderem Fürstenwalde, Eisenhüttenstadt, Beeskow, Eberwalde und Seelow.[3]

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[1] Stadtarchiv Frankfurt (Oder), Aktenzeichen 150, Bl. 203.
[2] Stadtarchiv Frankfurt (Oder), Aktenzeichen 175, Bl. 31, 36, 81.
[3] Stadtarchiv Frankfurt (Oder), Aktenzeichen 339, Bl. 6, Aktenzeichen 14541, Abstecherkarte.

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