Reformpädagogik 5


Fortsetzung “Reformpädagogik – Teil 5″

Für die musikalische Bildungspolitik zeichnete sich unter dem Minister Becker in erster Linie Leo Kestenberg verantwortlich. Die sogenannte Kestenberg-Reformen bewirkten letzten Endes die Implementierung des Faches Musik als eigenständiges Unterrichtsfach an den Schulen und die Professionalisierung, d.h. Akademisierung der Musiklehrer. Ferner lag nun erstmalig ein vollständiges Konzept für die musikalische Bildung unter Berücksichtigung reformpädagogischer Erkenntnisse vom Kindergarten bis zur Musikhochschule vor. Genau in diesen Zusammenhang ist die die Gründung des Musikheims in Frankfurt (Oder) durch Georg Götsch einzuordnen und vor diesem Hintergrund zu verstehen. Im Sinne reformpädagogischer Ideen war diese Einrichtung die führende Fortbildungsstätte für Musiklehrer in Preußen.  

Die 20er Jahre gelten als eine Blütephase der Reformpädagogik. Zahlreiche bedeutende Reformschulen können sich entwickeln, womit teilweise der Begin von bis heute andauernden Schultraditionen einsetzt, wie z.B. Freinet-, Jenaplan- und Waldorfschule. Die Zeit ist geprägt von einer gewissen Reife der Reformpädagogik und einem Erkennen dessen, was vom Enthusiasmus der Anfangsjahre auch tatsächlich praktisch umsetzbar erscheint. Publikationen wie etwa das 1927 erschienene Buch „Von Sinn und Grenzen der bewußten Erziehung“ von Friedrich Delektat zeugen von diesem Wandel.  

Ein wesentlicher und nicht unerwähnt bleiben sollender Verdienst der Reformpädagogik ist auch die Aufwertung der allgemeinen Erziehungswissenschaften. Die reformpädagogische Bewegung endet 1933. Viele ihrer Ideen aber gehören heutzutage wie selbstverständlich in den schulischen Alltag.

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