Reformpädagogik 4

Fortsetzung “Reformpädagogik – Teil 4″

Eine deutliche Zäsur in der deutschen Geschichte stellt der 1. Weltkrieg dar. Der Versailler Vertrag mit Deutschland von 1919 wurde von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung als tiefgehende Demütigung empfunden. Die verletzte Nation suchte nach neuen Orientierungspunkten für eine heilende Erneuerung der nationalen Identität. Unter anderem bot sich hierfür Deutschlands Weltruf als eine Nation der Dichter, Denker und Musiker an.
Die Kulturpolitik der Nachkriegszeit, zunächst unter der Führung der SPD, konzentrierte sich u.a. dann auch auf zwei wichtige Aspekte. Zum einen sollte auf Grundlage der eigenen Kultur ein erneuertes nationales Selbstbewusstsein hergestellt werden und zum anderen sollte die eigene Kultur, ganz im Sinne der allgemeinen Volksbildung, auch allen zugänglich gemacht werden. Folge hiervon war auch der Wille, das Schulsystem in der Weimarer Republik zu erneuern. Maßgeblichen Einfluss hatten hierauf die Ideen der Reformpädagogik.

Aber nicht nur das Schulsystems selbst, sondern auch das Ausbildungsmodell der Lehrer sollte, wiederum unter Einbeziehung Reformpädagogischer Ansätze, verändert, vereinheitlicht und deutlich aufgewertet werden. Eine wichtige Persönlichkeit in diesem Zusammenhang war der preußische Kultusminister Carl Heinrich Becker. Reformpädagogischen Ideen gegenüber aufgeschlossen und diese in die Neuordnungen des Bildungssystems einfließen lassend, war er maßgeblich an der Gründung der Pädagogischen Hochschulen und damit an der Akademisierung der Lehrerausbildung beteiligt.

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