Reformpädagogik 3

Fortsetzung “Reformpädagogik – Teil 3″

Die einzelnen pädagogischen Konzepte, die in dieser Zeit entwickelt wurden, sind teilweise sehr unterschiedlich in ihrer Ausrichtung und können sich auch gegenseitig wiedersprechen. Allen diesen Bewegungen gemeinsam ist jedoch deren Ausgangspunkt, die Kritik an der bisherigen, auf reinem Faktenwissen beruhenden Bildungspolitik. Und das zwar in erster Linie im schulischen aber auch im außerschulischen Bereich. Alle verbindet das Ziel, Bildung und Erziehung zu einem besseren hin zu verändern und zu einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung der Menschen beizutragen. Zumindest in der Anfangsphase der Bewegung bestand die Auffassung, durch die Erziehung könne „der neue Mensch“ und damit „die neue Gesellschaft“ geschaffen werden. In einer nie zuvor dagewesenen Form findet zudem eine Hinwendung zur Kindheit und Jugend statt, die diese Lebensabschnitte nicht als eine Frühform des Erwachsenen sehen, sondern als eigenständige Lebensphasen mit eigenen Lernbedingungen und Erlebnissen. Zudem wird in den verschiedenen Bewegungen immer wieder ein ganzheitlicher Ansatz bei der Erziehung eingefordert. Wissenschaft, Kunst, Handwerk und gemeinschaftsorientierte Handlungen werden als gleichrangig betrachtet.  

Aufgrund der vielen einzelnen Strömungen und deren Protagonisten, die sich hinter dem Sammelbegriff Reformpädagogik verbergen, ist es kaum möglich, eine chronologische Übersicht über die Entwicklung der Prozesse dieser Bewegung zu geben. Benannt werden sollen jedoch einige wichtige Strömungen. Zu diesen zählen z.B. Berthold Otto und seine Hauslehrerschule, die Landerziehungsheime oder die Arbeitsschulbewegung. Von hoher Wichtigkeit, insbesondere in Bezug auf das Musikheim, sind zudem die Kunsterziehungsbewegung und die Jugendmusikbewegung.

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