Jugendmusikbewegung 2

Fortsetzung “Die Jugendmusikbewegung – Teil 2″

Die eigentliche Jugendmusikbewegung begann mit dem Versuch, einen intellektuellen Überbau für die musikalischen Aktivitäten der Jugendbünde zu installieren. Führend war dabei Fritz Jöde, ein Volksschullehrer, der 1918 das Buch Musikalische Jugendkultur herausbrachte. Die Funktion der Musikpflege wurde darin verstanden als “gemeinsamer, tätiger Dienst an der Musik als an einer über den Menschen stehenden geistigen Macht“.

Waren den meisten Jugendlichen diese Denkansätze auch zu abgehoben, so waren die Auswirkungen auf die Praxis der Musikausübung, besonders in den Schulen, positiv zu sehen. Die Lernziele der neuen Musikpädagogik waren das Wecken von Gemeinschaftsbewusstsein und die Erziehung zu aktivem Musizieren.

Der Musikunterricht der Kaiserzeit und auch noch danach war dagegen meist ein reiner Gesangsunterricht, in dem Lieder durch das Vor- und Nachsingen gelernt wurden. Das Notenlernen stand dabei ebenso im Hintergrund wie Musikgeschichte und -theorie. Die geringe Bedeutung des Musikunterrichtes wird auch an der nicht-akademischen Ausbildung der Musiklehrer deutlich, die oft noch Unterricht in weiteren Fächern wie Zeichnen, Rechnen und Schreiben zu halten hatten.

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[1] Kolland, Dorothea: Musik der Musikanten – Die Jugendmusikbewegung in: D. Kerbs / J. Reulecke (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Reformbewegung 1880-1933, 1998

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