Nach 1918 – Aufbruch und Umbruch2

Unterrichtsplan für Handwerker, Architekten und bildende Künster, Quelle: Archiv der Jugendmusikbewegung

Forstsetzung “Nach 1918 – Aufbruch und Umbruch – Teil 2″

Der Unterrichtsausschuss – die Entwicklung der Bauhaus-Idee
Bartning gehörte zu den Unterzeichnern dieses Programms und wurde Vorsitzender des Unterrichtsausschusses, der das Lehrprogramm ausarbeitete, welches dann im Bauhaus verwirklicht wird.
Im Dezember 1918 fand in Bartnings Wohnung die erste Sitzung des Unterrichtsausschusses statt, auf der Bartning einen ersten Entwurf eines Lehrplanes präsentierte.
Im Januar 1919 dann wurde auf der zweiten Sitzung, an welcher auch Walter Gropius teilnahm, eine überarbeitete zweite Fassung beraten. In der dritten und letzten Sitzung des Auschusses am 15. Januar 1919 wurde das Programm verabschiedet, welches Bartning zum Druck vorbereiten sollte. Das Programm sollte als zweite Flugschrift des Arbeitsrates im Januar 1919 erscheinen, was jedoch nicht geschah.
Erst im September 1919 veröffentlichte Bartning in den Mitteilungen des Deutschen Werkbundes einen Aufsatz mit dem Titel „Vorschläge zu einem Lehrplan für Handwerker, Architekten und bildende Künstler“, in stark gekürzter und geänderter Form und mit dem Datum „Dezember 1918“ versehen – als Antwort auf die Gründung des Bauhauses in Weimar am 12. April 1919 durch Walter Gropius.

Im Oktober 1919 wurde Bartning in den Vorstand des Werkbundes gewählt, dem u.a. auch Walter Gropius und Bruno Taut angehörten. Eine grundlegende Erneuerung des Werkbundes wurde angestrebt, konnte jedoch gegen die reaktionären Kräfte nicht durchgesetzt werden.
Der für die Deutsche Gewerbeschau in München (1922) geplante Beitrag des Werkbundes, für den Bartning als Kommissar zuständig war, wurde nicht in der von ihm angestrebten Weise umgesetzt – er plante u.a., auf dem Ausstellungsgelände kleinere Wohnhäuser oder auch ein Volkshaus zu errichten – woraufhin Poelzig, der mit seinen Plänen übereinstimmte, den Vorsitz des Werkbundes niederlegte.
Im September 1923 schied Bartning schließlich aus dem Vorstand des Werkbundes aus.

1923 wurde Bartning zum Mitbegründer der Architektenvereinigung Zehner-Ring, einer losen Verbindung von jüngeren Architekten, die sich für das Neue Bauen einsetzten. Zu ihnen gehörten Luwig Mies van der Rohe, Max und Bruno Taut, Hugo Häring, Erich Mendelsohn, Peter Behrens, Walter Schilbach und Hans Poelzig. In Folge der wachsenden Mitgliederschar wurde 1926 die Architektenvereinigung in “Der Ring” umbenannt, Selbstauflösung 1933.

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